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Ehrenamtliche berichten

 

Thomas Prigge: „Hier kann ich was machen“

„Anstelle einer Spende kann ich einen LKW für den Transport anbieten“, antwortete Thomas Prigge auf ein Schreiben der IHK. Diese rief 1992 ihre Mitglieder zu einer Spendenaktion für Kaliningrad auf. So begannen Thomas Prigges Verbindungen nach Russland:

1992 ging ein erster Hilfstransport mit seinem LKW auf die Reise. Er selbst reiste 1993 das erste Mal nach Kaliningrad und lernte so nicht nur für weitere Hilfstransporte den Förderverein kennen, sondern erschloss sich gleich ein neues Geschäftsfeld: Eine Zweigestelle seiner Lübecker Spedition in Kaliningrad. Heute fahren seine LKWs nur nach Russland, mit Hotelausrüstungen und Maschinenteilen zum Beispiel.

Henning Wulff  - über meine 20 Jahre beim Förderverein für Kaliningrad

Im Herbst 1992 suchte der damals noch unbekannte Förderverein für eine Praktikantengruppe aus Kaliningrad Unterkünfte in Lübecker Familien. Meine Familie entschied sich eine junge Frau aufzunehmen, die praktischerweise in der gleichen Spedition arbeiten durfte, in der meine Frau als Sekretärin arbeitete. So begann eine 20jährige arbeitsintensive, aber schöne Zeit als Entwicklungshelfer im ehemaligen Sperrgebiet Kaliningrad Oblast.

Im Oktober 1993 führte mich meine erste Reise und kurz danach im Dezember 1993 wieder nach Kaliningrad. Hier erwartete uns tiefstes Entwicklungsland so kurz nach der Wende, die Straßen konnten nur im Schritttempo befahren werden. Aber wir waren ja voller Optimismus. Viele Arbeitseinsätze und die Begleitung von Transporten folgten.

Wenn wir in der ganzen Zeit nicht auf so viele liebe Menschen gestoßen wären, hätten wir bestimmt nicht den Arbeitseinsatz gebracht. Wir kamen ja 1993 als Fremde, wir wollten nicht das Deutschtum wieder aufleben lassen. Wir wollten eigentlich „nur“ den russischen Mitbürgern helfen. So ging es zum ersten Arbeitseinsatz in das vom „Jungunternehmer“ Sergej Saez erstandene Försterhaus in die Rominter Heide.

Aber dieses war ja nicht unsere einzige Baustelle. Zwischendurch hatten wir im Segeberger Raum eine stillgelegte Hühnerbrutmaschine ausgebaut, denn unser Bauer Nikita Berenidze war dabei einen großen Hühnerstall zu bauen. Den Umbau eines alten Meierei-Gebäudes nahmen wir uns auch vor.

In der Zwischenzeit haben sich dann noch die Schwester Sergejs, Natascha und ihr lieber Mann Alexander ein kleines altes Haus gekauft. Hier wurden wir nun auch um Mithilfe gebeten.

Selbstverständlich wurde jedes Mal, wenn wir in diesem Gebiet unterwegs waren, Kaliningrad und die Kurische-Nehrung besucht.

Ich hoffe, dass die Familien mit Hilfe des Vereins, besonders durch all die vielen ehrenamtlichen Helfer, gute Aussichten auf ein besseres und schöneres Leben haben.